Öko-Landbau zum Anfassen
Der vier Hektar große Neunerberg im dicht besiedelten Münchner Süden zeigt ökologische Landwirtschaft hautnah. Im Wechsel der Jahreszeiten können Schulen, Kindergärten und Erwachsene das kleinflächig gestaltete Gelände mit seinen unterschiedlichen Kulturen und Lebensräumen beobachten und sogar selbst Hand anlegen.
Zum Gelände gehören Ackerflächen, unterschiedlich bewirtschaftete Wiesen, Streu-, Kern- und Beerenobst sowie ein Schaugarten. Natürliche Biotopflächen wie Hecken, Ackerrandstreifen und eine Bienenweide fördern die Artenvielfalt und bieten Insekten, Vögeln, Igeln und anderen Kleintieren ein Zuhause.
Das Bewirtschaftungs-Konzept richtet sich nach Klima und Bodenbeschaffenheit am Neunerberg. Es ist für acht Jahre im Voraus festgelegt und folgt dem ökologischen Prinzip: Die verschiedenen Feldfrüchte ergänzen sich und hinterlassen im Boden eine Reihe von wichtigen Stoffen, die nachfolgenden Pflanzen wiederum als Nahrung dienen. So ist Kleegras zum Beispiel ein hervorragender natürlicher Stickstofflieferant - in der herkömmlichen Landwirtschaft muss diese Funktion ein mit hohem Energieaufwand produzierter synthetischer Stickstoffdünger übernehmen.
Besucher, Spaziergänger und Jogger sind herzlich eingeladen, sich von dem Fußweg aus, der rund um das Gelände führt, ein Bild vom ökologischen Landbau vor ihrer Haustür zu machen.
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Gelände mit Geschichte
Der Name "Neunerberg" leitet sich vom königlich-bayerischen Hoflieferanten und Weingroßhändler Wilhelm Neuner ab, der in den Würm-Auen am Rande von Planegg Anfang des letzten Jahrhunderts eine beeindruckende Villa errichten ließ. Der Volksmund nannte die Villa das Neuner-Schlössl.
Das etwas westlich davon gelegene großflächige Trenngrün zwischen den Gemeinden Planegg und Gräfelfing (der heutige Neunerberg) war nach Westen hin begrenzt von einer hohen Böschung, dem Neunerbergl. Das Neunerbergl ist den meisten Anwohnern ein Begriff und so hat sich derselbe Name für die Grünfläche eingebürgert.
Bis 1915 gehörte die Fläche der Planegger Bankiers-Familie von Hirsch, die es an Elisabeth Seidls Vater, den Hut-Fabrikanten Anton Seidl, verkaufte. Schon damals wollten beide, der Baron von Hirsch wie auch sein Nachfolger, die Fläche in ihrer Gesamtheit erhalten.
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Mehr als nur Gras und Acker
Die Gesamtfläche des Neunerbergs beträgt 3,5 Hektar.
1,3 Hektar werden mit einer acht-gliedrigen Fruchtfolge bewirtschaftet:
- 1. Jahr Kleegras
- 2. Jahr Kleegras
- 3. Jahr Sommerweizen
- 4. Jahr Winterroggen
- 5. Jahr Kleegras
- 6. Jahr Dinkel
- 7. Jahr Erbsen
- 8. Jahr Kartoffeln
Auf der 0,4 Hektar großen Grünlandfläche wurde Saatgut aus Randbereichen der Garchinger Heide verwendet. Außerdem haben Kinder eine Streuobstwiese, eine Streuobstallee sowie eine Vogelschutzhecke angelegt, die von ihnen auch weiter gepflegt werden.
Ein Schaugarten mit vielen verschiedenen Eiweiß-, Öl-, Energie- und sonstigen Nutzpflanzen wie Amaranth, Mohn, Saflor, Koriander wird jedes Jahr im Frühjahr neu angelegt.
Ebenso gibt es eine Beerenanlage mit Himbeeren, Apfelbeeren, Felsenbirnen, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Brombeeren.
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